• 3 Posts
  • 19 Comments
Joined 3 years ago
cake
Cake day: July 5th, 2023

help-circle

  • Das sehe ich absolut genauso. Man kann definitiv darüber debattieren, ob es Sinn macht sich auf das Kerngeschäft zu fokusieren, aber der Preis war eindeutig zu niedrig. Neben den regelmäßigen Gewinne verliert man glaube ich langfristig auch indirekte Einnahmen, wenn Strukturen in Deutschland abgebaut werden. Wenn man das Geld braucht, dann wäre es aus finanzieller Sicht sicher besser gewesen einfach ein etwas mehr Schulden zu günstigen Konditionen aufzunehmen und sie mit dem Gewinn zurückzuzahlen.

    Davon unabhängig scheint es mir als Laie eigentlich ganz praktisch, wenn man als exportorientierte Nation eine gewisse Kontrolle über Logistik hat, unter anderem aus geopolitischer und militärischer Perspektive.

    China z.B. kauft sich ja auch mit Staatskonzernen wie Cosco in ausländische Infrastruktur ein und das sicher nicht aus selbstlosen Gründen, sondern um Einfluss auszuüben. Und auch im militärischen Erstfall wäre es doch sicher nicht verkehrt, wenn man schnell und unkompliziert eigene Ressourcen priorisieren kann. Je nach Gefährdungsgrad würde man ja vielleicht nicht sofort privates verstaatlichen wollen. Und generell bei den Summen die derzeit für Infrastruktur und Verteidigung ausgegeben werden fallen 14 Mrd. doch eh nicht wirklich ins Gewicht.



  • Beim “wie” und “wie wichtig” gehen die Meinungen natürlich auseinander,

    Und genau hier liegt der Hund begraben. In einem Vakuum sind alle dafür, aber sobald es darum geht für das große ganze zurück zu stecken oder gegen andere Interessen abzuwägen zieht die Bahn letztlich meistens den kürzeren.

    Auf lokaler Ebene ist viel NIMBYism im Spiel, da muss man für ein Beispiel nur in den Wahlkreis unseres zukünftigen Vizekanzlers Lars Klingbeil schauen. Siehe hier

    Bei der Bahnstrecke Hamburg–Hannover gehörte zu den Nimbys der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil, durch dessen Wahlkreis die neue, schnellere Strecke führen sollte. Dafür müsste ein Gewerbepark mit einer Tankstelle, einem Trampolinpark, einer Skihalle und einer Kartbahn weichen, was den Bürgern dort naturgemäß nicht gefällt. Klingbeil will das Gewerbegebiet in seinem Wahlkreis deswegen verteidigen: gegen die Bahn, den Bund, gegen die Verkehrsplaner mit ihren Prognosen. »Ich habe nichts davon, wenn hier der ICE durchfährt und wir können winken«, sagt Lars Klingbeil bei einer Protestveranstaltung diesen Juli. »Was habe ich persönlich denn davon?«, ist bei Infrastrukturprojekten, die dem gesamten Land nutzen sollen, möglicherweise nicht ganz die richtige Frage.

    Klingbeil ist aber mit der Haltung »meine Nimbys sind die guten Nimbys« beileibe nicht allein.

    Und auf höheren Ebenen ist es leider auch nicht das wahlentscheidende Thema. Zusätzlich steht den eher diffusen und unfokussierten Befürwortern der Bahn eine Autolobby mit tiefen Taschen und klaren Zielen gegenüber.

    Außerdem gibt es dabei glaube ich ab einem gewissen Grad an Unzuverlässigkeit einen negativen Effekt, wodurch den Leuten das Auto umso wichtiger wird, je schlechter die Bahn ist. Wobei ich hoffe, das das Deutschlandticket dem langfristig entgegen wirken könnte indem die Bahn wieder attraktiv genug macht, dass sich die Leute wieder für sie einsetzen.



  • I’d say the most recent major influences were the IPO and the emergence of LLMs.

    Reddit becoming a publicly traded company and the preparation to do so certainly initiated a major shift in its priorities.

    Ai and large language models make it easier than ever to create shiny, but low quality content.

    And the rest is just reddit becoming more mainstream leading to an overall shift towards banal rather than niche topics.




  • Tbf es ist halt trivial für Airlines im Ausland zu tanken

    Hier muss man denke ich zwischen Lang- und Kurzstreckenflügen unterscheiden. Bei den Langstreckenflügen stimme ich dir zu, da würde es letztlich nur gehen, wenn sich alle Länder untereinander einigen würden. Was allerdings bei z.B. Saudi Arabien oder Dubai aber eher unwahrscheinlich ist.

    Bei Kurzstreckenflügen innerhalb der EU sieht es aber anders aus, da hätte man genug Kontrolle um Abgaben durchzusetzen. Auch gegenüber den paar Außenseitern wie der Schweiz oder UK. In Frankreich und Spanien gibt es ja schon einige bestrebungen dahingehend, indem man kurze Inlandsflüge schlicht und ergreifend einfach verbietet. Was eh die bessere Lösung ist, wenn man im Gegenzug schnelle und verlässliche Zugverbindungen ausbaut.


  • Wobei man gleichzeitig hier die Debatte führt ob Autos jährlich geprüft werden sollten.

    Ganz generell werden die Debatten finde ich leider nicht besonders Zielorientiert geführt. Letztlich ist es doch alles eine Kosten/Nutzen frage. Wie können wir Leuten Mobilität ermöglichen und gleichzeitig Gesundheitsrisiken minimieren. Und dabei muss man mit einbeziehen, welche Vorteile es hätte wenn Menschen auf alternative Fortbewegungsmittel zurückgreifen würden.

    Führerscheinprüfungen alle 2-3 Jahre für alle über 70 wäre wahrscheinlich tatsächlich extrem aufwändig und kostspielig im Verhältnis zum Nutzen. Aber ein Selbstauskunftsfragebogen (der Leute potentiell zum Umdenken bewegt indem er die Schuldverhältnisse verschiebt) würde praktisch nichts kosten. Und ein Arztbesuch zum Check-up alle paar Jahre wäre wohl eh nicht verkehrt, da kann man ohne Probleme nebenbei Sehvermögen und Reflexe testen.

    Häufigere Untersuchungen fürs Auto bieten wahrscheinlich ein schlechtes Kosten-/Nutzenverhältnis, wenn man bedenkt, dass moderne Autos schon jetzt relativ sicher sind.





  • Soweit ich das sehe werden regionale Unterschiede im Temperaturanstieg in der Methodik berücksichtigt. Zumindest berufen sich die Autoren auch auf ein anderes eigenes Paper von letztem Jahr mir dem Namen

    “The Macroeconomic Impact of Climate Change: Global vs. Local Temperature”

    Auf dem das oben verlinkte aufbaut.

    Warum glaubst du das großere Schäden hier diesen Vorteil irrelevant machen würden und es sich also bei noch höheren Schäden nicht mehr lohnen würde unilateral Klimaschutz zu betreiben?

    Für mich wäre die Logik genau umgekehrt: Je größer der relative Anteil der lokalen Schäden, desto mehr lohnt es sich Maßnahmen zu ergreifen.


    Ich will die Aussagekraft dieser Forschung nicht überbewerten, denn es handelt sich hier um noch nicht endgültig abgeschlosse working Papers, wodurch es auch noch keinen Peer Review Prozess gab. Aber die beiden Professoren aus dem Podcast halten es solide.

    Und deswegen würde ich es zumindest nicht als Fakt sehen, dass sich unilateraler Klimaschutz nicht lohnt. Wobei ich glaube, dass das Thema zu komplex ist, als dass man jemals eine abschließende eindeutige Vorhersage treffen könnte.


  • Und Klimaschutz würde sich wahrscheinlich aus gesamt gesellschaftlicher Sicht trotzdem lohnen. Siehe z.B. diese Studie, die letztens hier im WRINT: Wirtschaftskunde Podcast besprochen wurde.

    Does Unilateral Decarbonization Pay For Itself?

    This paper shows that unilateral decarbonization pays for itself in large economies. We estimate economic damages from global temperature shocks and combine them with a climate-economy model to construct Domestic Costs of Carbon: $226 per ton for the United States and $216 per ton for the European Union. When compared to marginal abatement costs, these values imply over 80% unilateral decarbonization for both economies, an order of magnitude larger than under conventional damages estimated based on local temperature.


  • I’ll have to disagree with you on that one. In my opinion for a first entrance in the franchise this is the right call.

    There is a balance that’s needed between movies within a shared universe being interconnected and having their own style and being seperat to some degree. And I think part of why the earlier MCU worked and now (at least to me) it doesn’t, is partially down to them not achieving this balance.

    Make the first movie of a particular part unique like e.g. with the first gotg with maybe some smaller references and gradually build up the overlaps. I think the MCU until endgame did it really well, introducing new strands one at a time and interweaving them slowly with the occasional huge mashup in the avenger movies.

    But ever since then they’ve just kept doubling down on everything being interconnected and even expanded it to not just movies, but TV shows. This way you don’t really identify to the same degree with the individual characters and it also starts to feel like more of a burden to in a way have to keep up with everything. Which eventually just gets too much and at least for me just lead to just kind of drop out of the whole thing.




  • If you don’t mind Meta/Facebook, then the oculus quest headsets are also very affordable hardware and deliver a good experience. I think the issue lies with content.

    Smartphones or handhelds like the steam deck with flat screens could use plenty of already existing content made for screens. With VR you want different content that is made specifically for it. There is a decent amount of games (but still much fewer than for other devices), but honestly not that much more.

    Additionally it also can only really be used at home, where most already have other devices.

    It’s a chicken and egg problem. But imo if there were more genuine unique productivity tasks and experiences available through VR, we would see more adoption.